
In wenigen Wochen ist Schulstart und für viele Kinder beginnt dieser mit einer großen Schultüte und somit der ersten Klasse. Was sie in den verschiedenen Fächern erwartet, wissen vermutlich nicht alle Kinder genau – gewisse Fähigkeiten sollten sie jedoch schon im Vorschulalter erlernt haben, ansonsten könnte es zu Schwierigkeiten kommen.
Sätze bestehen aus Wörtern, Wörter bestehen aus Silben, Silben bestehen aus Lauten. Was für Jugendliche und Erwachsene logisch klingt, so sind diese Begriffe für Kinder im Vorschulalter oft noch abstrakt klingende Einheiten. Einheiten, denen aber ab Beginn der Einschulung eine große Bedeutung zukommt. Nämlich dann, wenn es ab der ersten Klasse ans Erlernen der Schriftsprache geht.
Ein Kind, welches keine Auffälligkeiten im Bereich der so genannten „phonologischen Bewusstheit“ zeigt, besitzt die Fähigkeit zu reimen, ein Wort in dessen Laute zu zerlegen, den ersten Laut eines Wortes oder die Anzahl der Silben eines Wortes zu benennen. Diese Fertigkeiten des lautlichen Aufbaus unserer Sprache sind grundlegend, um einen komplikationsfreien Schriftspracherwerb des Kindes zu gewährleisten.
Spätestens ab Beginn der zweiten Klasse, in der wöchentliche „Ansagen“ oder „Diktate“ an der Tagesordnung stehen, kommt die volle Geltung der Fertigkeiten oder nicht-Fertigkeiten der phonologischen Bewusstheit zum Tragen. Viele Fehler, langsames Schreiben und Überforderung bei dieser Leistungsüberprüfung führen zu Frust und Ablehnung des Schulfaches. Darüber hinaus, können es auch Hinweise auf eine Legasthenie sein. Diese kann wiederum im direktenZusammenhang mit einer geringen phonologischen Bewusstheit stehen.
LogopädInnen arbeiten tagtäglich am Fundament für die Fertigkeit des Lesens und des Schreibens und können so spätere Probleme, im Bereich der Schriftsprache verhindern oder verringern – auch schon im Kindergarten- und Vorschulalter.
Sebastian Olbrich BA, Logopäde im Therapiezentrum Wien



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